Ludwig Fuchs bleibt Kommandant
Für weitere sechs Jahre wurde der bisherige Kommandant Ludwig Fuchs wieder in seinem Amt bestätigt. Stellvertreter wurde für den ausgeschiedenen Hans Berger, Florian Huber.
In der jüngst abgehaltenen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Beyharting konnte Vorstand Klaus Hengstberger zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste begrüssen.
Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Otto
Lederer, der als Dienstherr der gemeindlichen Feuerwehren auch die turnusmäßige
Kommandanten-Wahl leitete.
Eingangs der Versammlung gedachte man der zwei verstorbenen Vereinsmitglieder
Dionys Schwaiger und Leonhard Reichl.
Lederer hob in seinem Grußwort die Besonderheit der Feuerwehren hervor; während der Verein neben den gesellschaftlichen Aufgaben auch für finanzielle Unterstützung der aktiven Feuerwehr sorgt, ist die kommunale Hilfsorganisation „Feuerwehr" eine professionelle Hilfe für in Not geratene Bürger. Notwendig hierzu, so Lederer, ist gegenseitiges Vertrauen der Dienstleistenden und eine gute Ausbildung.
Die durchgeführten Neuwahlen brachten
eindeutige Ergebnisse für die Kommandanten. Mit einer Stimmenthaltung wurde
Ludwig Fuchs wiedergewählt,
Florian Huber, der neue Stellvertreter des Kommandanten konnte das gleiche
Ergebnis für sich erzielen.
Kommandant Fuchs berichtete von 34 Einsätzen, darunter mehrere schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen. Angefordert wurde die Beyhartinger Wehr aber auch zu einem Großbrand, zur Aufarbeitung von Unwetterschäden sowie zu Absperr- und Sicherheitsdiensten. Die Beseitigung von Ölspuren gehörte aber ebenso zum Einsatzpotential wie der Absturz eines Segelflugzeuges in Antersberg.
Fuchs berichtete der Versammlung von den zahlreichen Unterrichten und Übungen sowie einer Spezialausbildung für Atemschutzgeräteträger.
Vorstand und Kreisbrandinspektor Klaus
Hengstberger informierte die Versammlungsteilnehmer über Aktuelles im
Feuerwehrwesen.
Gezielt sprach Hengstberger die auf die Feuerwehren zukommende
Führerschein-problematik an. Die als sicher geltende Neuregelung, die Inhaber
der Klasse B (früher drei) sollten nun die Erlaubnis zum Führen von
Kraftfahrzeugen bis 4,25 Tonnen
erhalten, wird nun von EU-Abgeordneten zu Fall gebracht.
Viele der von Feuerwehren verwendeten Tragkraftspritzenfahrzeuge haben ein
Gewicht von über 3,5 Tonnen und dürfen deshalb von jüngeren
Führerscheinin-habern nicht mehr gesteuert werden. Ebenso gibt es ab September
große Einschränkungen für die Führerscheinklasse C (früher zwei).
Hier muß dann, sollte der Führerschein auch gewerbliche Verwendung finden,
zusätzlich eine kostenintensive Berufskraftfahrer-Ausbildung gemacht werden.
Unverständnis und Zweifel an Kompetenz und Sachverstand solcher EU-Abgeordneten
hat der Kreisbrandinspektor auch, wenn hier verlautet, man sehe keinen
Zusammenhang zwischen Feuerwehr und Katastrophenschutz. Wer, so Hengstberger,
ist denn da, wenn Stürme und Hochwasser, Schnee oder andere Naturkatastrophen
hereinbrechen?
Zum Schluß seiner Ausführungen konnte Hengstberger für 40-jährige aktive
Dienstzeit an Alois Hartl das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold überreichen.
Einen Abriss über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr gab Jugendwart Michael Hengstberger. Leider konnte man im abgelaufenen Jahr keine Zugänge verbuchen, mußte aber drei Jugendliche wegen Erreichung der Altersgrenze von 18 Jahren an die aktive Wehr übergeben.
Kreisfeuerwehrjugendwart Sepp Baumann gab Informationen über die Jugendarbeit im Landkreis und im Bezirk Oberbayern. So befinden sich derzeit 985 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren in den Jugendgruppen der Landkreis-Feuerwehren. Davon sind 167 Mädchen, die sich für den Dienst am Nächsten engagieren.
Größere Veränderungen gab es bei den Wahlen in der letzten Jahreshauptversam-mlung der Beyhartinger Wehr auch in der Vorstandsebene.
Der bisherige Vorstand Klaus Hengstberger gab bereits in
seinem Bericht bekannt, dass er für die sogleich durchzuführenden Neuwahlen
nicht mehr zur Verfügung steht. Hengstberger begründete diese Entscheidung mit
seiner sehr zeitaufwändigen Tätigkeit als Kreisbrandinspektor. Oft gebe es
Terminüberschneidungen, die dann zu Lasten des Vereins gingen. Schweren
Herzens, so der bisherige Vorstand, habe er sich deshalb für diesen Schritt entschieden.
Gleichzeitig bekundete er aber auch seine Freude, dass mit Richard Wallner sehr
schnell ein geeigneter Nachfolger für
dieses Amt gefunden werden konnte.
Wallner wurde, genau wie sein
Stellvertreter Johann Neureither, mit einem eindeutigen Ergebnis gewählt und
übt nun für die nächsten sechs Jahre dieses Amt aus.
Hengstberger informierte in seinem Bericht auch über den
„Feuerwehrball", der nun als Dorfball
mit den anderen Ortsvereinen im Gasthaus zur Post abgehalten wird.
Zahlreiche Geburtstagsgratulation konnten vorgenommen werden und die
Fahnenabordnung beteiligte sich auch an der Hochzeit des aktiven Mitglieds
Thomas Dobl in Slowenien.
Repariert wurde im vergangenen Jahr auch die 30 Jahre alte Vereinsfahne, wofür
1.500 Euro investiert wurden. Am Herzen liegt Hengstberger aber auch die alte
Vereinsfahne, die vermutlich 1890 angefertigt worden ist. Die
Kostenvoranschläge zweier Fahnenstickereien für eine grundlegende Restaurierung
belaufen sich auf rund 4.000 Euro. Die zur Diskussion gestellte Restaurierung
brachte kein eindeutiges Ergebnis, so dass dieses Thema zurückgestellt wurde
und zu einem späteren Zeitpunkt wieder
aufgegriffen wird.
Mehrere größere Ausgaben-Positionen ergaben im von Kassier Franz Berger
vorgetragenen Kassenbericht ein, doch
beträchtliches, Minus.
Vorstand Hengstberger regte auch im Hinblick auf bevorstehende größere
Maßnahmen (Mobile Lichtanlage, Ersatzbeschaffung des Mehrzweckfahrzeuges) eine
Beitragserhöhung für die derzeit zweihundert zahlenden Mitglieder an. Die vorgeschlagene
Erhöhung des Jahresbeitrages von sechs auf zehn Euro stand zur Diskussion. Die
Versammlung beschloss dann aber einstimmig, im Hinblick auf andere
Feuerwehrvereine, einen neuen Jahresbeitrag in Höhe von zwölf Euro.
Schriftführer Anton Huber gab einen Überblick über die
letztjährige Jahreshauptversammlung und das abgelaufene Vereinsjahr. Großes
Interesse war aber auch vorhanden, als Huber das vor genau 50 Jahren vom
inzwischen verstorbenen Leonhard Reichl
angefertigte Protokoll verlas. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen der
Vorstandschaft stellte sich auch der bisherige Kassier Franz Berger nicht mehr
zur Verfügung. Berger hatte dieses Amt 18 Jahre lang inne.
Als Nachfolger wurde einstimmig Erich Grandl gewählt. Als Beisitzer fungieren
nun Michael Sewald, Hans Berger und Thomas Linortner.
Die letzte Tätigkeit des scheidenden Vorstands Hengstberger war die Übergabe einer Urkunde an Michael Sewald sen. für über 60-jährige Vereinsmitgliedschaft.
Mit einem Dank an die gesamte bisherige Vorstandschaft, Kommandanten, Floriwirtin Josefa Neureuther, Maria Fuchs und Irmi Berger übergab der bisherige Vorstand Hengstberger die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Richard Wallner, der die Versammlung dann beendete.
Text und Fotos: Hengstberger


